Pilgern? Auf Schalke?!
Wenn der Himmel mitpilgert … von M. Miebach
Der blau-weiße Himmel über der Arena öffnet sich – und erleuchtet unsere Pilgergruppe.
Zufall? Zeichen? Oder einfach nur gutes Timing? Egal. Das Foto ist jedenfalls ziemlich cool geworden.
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 machten sich auf die „Extratour 04“: knapp 16 Kilometer zu Fuß von Schalke nach Hassel – mit Fußball, Religion, ein paar Denkanstößen und natürlich reichlich Gelsenkirchen im Gepäck.
Los ging’s an St. Joseph mit dem berühmten Fußball-Kirchenfenster. Über die Schalker Meile führte der Weg zur VELTINS-Arena, wo die Gruppe die Arena-Kapelle besuchte und einen weiteren Impuls bekam. Danach wurde es ruhiger: durch den Westerholter Wald zur Sieben-Schmerzen-Kapelle und weiter nach Hassel.
Und ja: 16 Kilometer sind 16 Kilometer. Irgendwann melden sich die Füße. Dafür wurde unterwegs viel geredet, gelacht und diskutiert. Und ganz nebenbei ging es um ziemlich große Fragen: Was gibt mir Halt? Was bedeutet Gemeinschaft? Was bringt mich dazu, weiterzugehen, wenn es schwierig wird?
Eine besondere Herausforderung: sieben Stunden ohne Handy. Anfangs ungewohnt, später erstaunlich normal.
„Ich nehme vom Pilgerweg mit, dass man nicht immer ein Handy braucht, um Spaß zu haben. Mit den richtigen Leuten und Gesprächsthemen kann es auch ohne Handy ganz schön sein.“
Am Ziel in St. Michael in Hassel wartete dann noch eine Überraschung: Pizza für alle. Nach 16 Kilometern vermutlich eine ziemlich überzeugende Form von Nächstenliebe.
Die „Extratour 04“ hat jedenfalls gezeigt: Pilgern muss weder Jakobsweg noch Mittelgebirge sein. Es funktioniert auch mitten im Ruhrgebiet – mit Schalke, Wald, Kapellen, guten Gesprächen, müden Beinen und einer Pizza am Ende.
Und vielleicht ist genau das Pilgern: losgehen, nicht alles vorher wissen und schauen, was unterwegs passiert.
Ach ja – und manchmal scheint einem dabei sogar das himmlische Licht direkt auf den Kopf.


