
Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz
Im Rahmen der freiwilligen Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz haben wir von Sonntag bis Mittwoch verschiedene Orte besucht, die uns die Geschichte des Holocausts nähergebracht haben. Im Mittelpunkt unserer Fahrt stand der Besuch des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.
In Begleitung von Frau Stein, Herrn Mahlmeister und Herrn Schütte begaben wir uns am Montag, den 14. September, auf eine Zeitreise zurück in die Geschichte des Holocausts.
Als wir mit dem Bus ankamen, herrschte direkt eine bedrückte Stimmung, da uns nicht genau klar war, was uns dort erwarten würde. Während des ersten Teils der Führung liefen wir durch die Blocks und gingen in einige hinein, in denen viele persönliche Gegenstände der Menschen zu sehen waren.
„Haare wiegen nicht viel. Zwei Tonnen zu sehen, hat mich realisieren lassen, wie viele Menschen leiden mussten, auch wenn es nur ein Bruchteil war.“
Erst dort spürten wir, wie sehr uns die grauenvollen Taten emotional berührten. Gleichzeitig erzählten einige von uns, wie schwer es war, das Ausmaß dieser Taten überhaupt zu verstehen und zu begreifen.
Später gingen wir durch einen Gang, in dem unzählige Bilder von ermordeten Menschen zu sehen waren. Als wir diese sahen, bekamen wir alle Gänsehaut. Diesen Anblick und vor allem die Augen der Menschen werden wir nicht vergessen.
Anschließend gingen wir durch die Gaskammer und das Krematorium. Beide Orte sind uns sehr düster und bedrückend in Erinnerung geblieben.
„Ich konnte nicht atmen.“
Dieser Satz ist uns besonders im Gedächtnis geblieben. Viele von uns erzählten, dass sie sich an diesem Ort die Menschen und ihr Leiden bildlich vorstellten und dadurch das Ausmaß des Geschehenen noch unmittelbarer wahrnahmen.
Entlang der Gleise betraten wir Birkenau. Vor Ort besichtigten wir die rekonstruierten Baracken, in denen wir die schrecklichen Lebensbedingungen selbst sehen konnten. Wir konnten uns kaum vorstellen, wie viele Menschen dort unter diesen Bedingungen leben mussten.
Danach besichtigten wir weitere Gebäude, die teilweise zerstört und wieder aufgebaut wurden, sowie das Mahnmal.
Auf dem Rückweg tauschten wir uns mit Freunden und Lehrern über unsere Eindrücke und Wahrnehmungen aus und besprachen viele Fragen, die uns beschäftigten. Auch in den folgenden Tagen ließ uns der Besuch nicht los. In der Gruppe entstanden viele intensive und wichtige Gespräche darüber, was wir gesehen und empfunden hatten und wie schwierig es teilweise war, das Geschehene überhaupt zu begreifen.
Am nächsten Tag lernten wir bei einer Führung durch das jüdische Krakau noch eine andere Seite der Geschichte kennen. Wir beschäftigten uns damit, wie jüdische Menschen früher in Krakau lebten, was während des Holocausts mit diesem Leben geschah und wie heute wieder jüdisches Leben in der Stadt existiert.
Außerdem besuchten wir die ehemalige Fabrik von Oskar Schindler. Dort beschäftigten wir uns auch mit Menschen, die während des Holocausts Mut und Zivilcourage zeigten und versuchten, anderen zu helfen. Dadurch wurde uns gezeigt, dass es trotz der Verfolgung auch Menschen gab, die nicht einfach wegsahen.
Die gesamte Fahrt und besonders der Besuch in Auschwitz haben uns daran erinnert, dass all dieses Grauen nie wieder geschehen darf.
Insgesamt war es für uns eine unvergessliche Erfahrung, an einem Ort gewesen zu sein, an dem man den Tod noch immer spüren kann.
Johanna Stoffers, Nina Rutkowski, Susanne Rutkowski, Jannes Reck







