Mut, Ausdauer und Leidenschaft
Leon qualifiziert sich für den Bundeswettbewerb Informatik – von Markus Klein
Es ist nicht neu: Wenn Leon ins Schulleiterbüro gebeten wird, dann wird es schwierig. Nicht für Leon, sondern für den Schulleiter. Der Oberstufenschüler nimmt -neben vielen anderen Schülerinnen und Schülern- einmal im Jahr am Jugendwettbewerb Informatik teil. Die Aufgaben sind knifflig: So muss man nicht nur ein Programm schreiben, das u.a. die maximal benötigte Anzahl an Bällen im Sportunterricht ermittelt, wobei man bedenkt, dass Klassen unterschiedlicher Stärke auch parallel unterrichtet werden können, man muss die Ergebnisse auch noch dokumentieren. Ich rede mich mit meinem mangelnden Verständnis und einem Augenzwinkern damit heraus, dass sowas ja nicht der Schulleiter macht und ich das deswegen gar nicht verstehen müsse. Aber darum geht es gar nicht. Leon lacht und weiß schon, dass es in unserem Interview gleich noch viel schwieriger wird, denn er hat sich qualifiziert für den Bundeswettbewerb Informatik und hier sind schon die Aufgabenstellungen für mich nicht verstehbar: In der Aufgabe „Drehfreudig“ geht es um mathematische „Bäume“, die durch die (vorher definierten) Folgen ((()())(()()())) oder ((()()))((()())())) repräsentiert werden. Ich versichere Leon, dass ich mir „das mal in Ruhe angucken muss“, ahne schmunzelnd, dass meine informatische Kenntnis dafür sicherlich nicht ausreicht, um auch nur die Aufgabe zu verstehen, während Leon auf die Qualifikation für die nächste Runde wartet.
Ich bin sehr beeindruckt von seiner Leistung. Leon investiert viel Zeit, um beim Bundeswettbewerb Informatik erfolgreich teilzunehmen. Nicht wegen der Preise (hier gibt es eher kleine Anerkennungen), sondern, weil Informatik seine Passion ist. Das Interview mit ihm zeigt mir wieder einmal, wie glücklich wir Erwachsene uns schätzen können, weil wir täglich auf hochmotivierte junge Menschen treffen, die leidenschaftlich eine Sache verfolgen. Jeder Mensch in unserer Schule kann etwas, was ein anderer nicht so gut kann. Man muss dabei nicht unbedingt an einem Wettbewerb teilnehmen, aber vielleicht hat man ja den Mut dazu. Was hat man zu verlieren? Ich drücke Leon beide Daumen für die nächste Runde, fiebere aber -was ich an dieser Stelle unbedingt schreiben muss- auch immer wieder mit unseren tollen Sport-Passionierten mit, mit unseren Sprach-Assen, unseren Musizierenden, unseren künstlerisch Ambitionierten, aber ganz besonders mit den kleinen und großen Menschen, die meinen, sie sind nicht gut genug in ihrem Hobby: Sprecht doch einfach mal aus, was IHR gut könnt… Das ist ja vielleicht der Anfang.


