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Vom Abenteuer, die Welt und sich selbst zu entdecken

Marlenes unvergessliche Zeit in Kanada

Vor genau zehn Monaten stand Marlene vor dem größten Schritt ihres bisherigen Lebens. Im Gepäck: jede Menge Vorfreude, ein ELE-Stipendium und viele gute Wünsche (wir berichteten), aber auch eine gehörige Portion Ungewissheit. Würde ihr Englisch für den Alltag und die Schule ausreichen? Wie wird das Leben in der neuen Gastfamilie? Und vor allem: Wie hält man es so lange aus, die eigenen Freunde und die Familie in Deutschland zurückzulassen?

Heute ist Marlene wieder zurück – und von den damaligen Sorgen ist keine Spur mehr übrig. Alle Bedenken konnten komplett abgebaut werden. Sprachlich fand sie sich viel schneller zurecht als gedacht, und auch die anfängliche Fremde verflog im Nu. Besonders geprägt hat sie der enorme „School-Spirit“ an ihrer Highschool in New Brunswick, der sie sofort mitgerissen hat.

Auch der Stundenplan hielt Überraschungen bereit. Fächer wie Töpfern oder Backen wirkten anfangs recht befremdlich auf die Gastschülerin. Doch Marlene bewies Anpassungsfähigkeit und Ehrgeiz: Sowohl in den praktischen als auch in den klassischen Schulfächern glänzte sie mit guten Leistungen.

Eine wichtige Lektion lernte Marlene beim Knüpfen von Kontakten. Entgegen ihrer Erwartung kamen die Menschen nicht automatisch auf sie als „die Deutsche“ zu. „Man muss selbst den ersten Schritt machen und auf die Leute zugehen“, berichtet sie. Eine Überwindung, die sich absolut gelohnt hat. Durch diese Erfahrung nimmt sie ein großes Stück Selbstständigkeit, Offenheit und einen spürbar geweiteten Blick auf die Welt mit nach Hause.

Während Kanadas Natur und die unvorstellbar schöne Landschaft sie tief beeindruckten, waren es vor allem die Menschen, die Marlenes Herz eroberten. Der Humor, das große Herz und die gelebte Toleranz der Kanadier haben bei ihr bleibenden Eindruck hinterlassen. Wie weit diese Gastfreundschaft geht, erlebte sie z.B. bei einem ihrer Lehrer: Weil er wusste, dass man in der Ferne das heimische Brot vermisst, backte er kurzerhand selbst ein echtes deutsches Brot für sie.

Natürlich war nicht immer alles nur leicht. Marlene vermisste ihre Familie und die deutschen Freunde während der gesamten zehn Monate. Das Kuriose ist: Jetzt, wo sie wieder zu Hause ist, vermisst sie ihre kanadischen Freunde. Ein Gefühl des Hin- und Hergerissenseins, das wohl fast alle Austauschschüler kennen.

Marlenes Fazit fällt nach diesem intensiven Dreivierteljahr eindeutig aus: Die Zeit verflog wie im Flug und das Abenteuer hat sich absolut gelohnt. Ihr wichtigster Gedanke zum Abschied gilt noch einmal den Menschen in Übersee: „Sie sind es, die alles im Leben unvergesslich machen.“