
Mutiger Gast
Christen an der Ruhr – beeindruckende Biografie eines Ordensmannes
Was bringt einen Menschen dazu, freiwillig ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu wählen? Was motiviert jemanden, mitten im Bürgerkrieg bewusst bei gefährdeten Jugendlichen zu bleiben? Und wie schafft man es eigentlich, zwei Monate lang ohne Geld zu Fuß von Gelsenkirchen bis nach Santiago de Compostela zu pilgern?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich der katholische Grundkurs Religion der Jahrgangsstufe EF im Rahmen der Unterrichtsreihe zur Würde des Menschen als Grundlage gesellschaftlichen Handelns. Hierzu setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Menschen auseinander, deren christlicher Glaube ihr Leben und Handeln entscheidend geprägt hat.
Religionslehrer Martin Miebach konfrontierte seinen Kurs mit einem ganz besonderen Menschen: Bruder Isaac vom spanischen Orden der Amigonianer.
Seine Lebensgeschichte ließ die Schülerinnen und Schüler staunen. Aufgewachsen mit elf Geschwistern in einem kleinen Dorf in Kastilien, kam Isaac bereits mit elf Jahren in ein Internat. Mit achtzehn fasste er den Entschluss, Ordensmann zu werden und ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu führen. Doch sein Weg verlief so gar nicht wie geplant.
Was Gelsenkirchen, damit zu tun hatte, mit welchen pädagogischen Ansätzen der Gast verblüffte, warum Leben in der Wildnis nicht nur für schwer erziehbare junge Menschen hilfreich sein kann und warum sein langer Pilgerweg Bruder Isaac zeigte, dass offensichtlich alle Menschen gastfreundlich sind, schien unserem Religionskurs sehr zu überzeugen. Denn sein mutiger Lebensweg mündete immer wieder in Verantwortung, Gemeinschaft und Vertrauen.


