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„Unbesungene Helden“

Erika Rosenberg-Band bewegt die Jahrgangsstufe 10

Die bewegende Geschichte von Oskar und Emilie Schindler stand im Mittelpunkt eines packenden Vortrags in der Aula des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Die bekannte Autorin und Biografin Erika Rosenberg-Band war zu Gast, um vor den Schülerinnen und Schülern der Klassen 10 aus dem Leben des weltbekannten Retter-Ehepaars zu berichten. Unter dem Titel „Zivilcourage unbesungener Helden“ beleuchtete sie dabei vor allem die oft vergessene Rolle von Emilie Schindler und das schwere Schicksal der beiden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Unsere Zehntklässler zeigten sich zutiefst beeindruckt, aber auch irritiert von den historischen Fakten. Während die mutige Rettung von über 1.200 Menschen während der NS-Zeit durch Steven Spielbergs Film Schindlers Liste weltberühmt ist, war den meisten neu, wie dramatisch und von Armut geprägt das Leben der Schindlers nach 1945 weiterging. Rosenberg-Band schilderte eindringlich die bittere Realität der Nachkriegsjahre in Argentinien, die von finanziellen Sorgen und mangelnder gesellschaftlicher Anerkennung geprägt waren.

Die 1951 in Buenos Aires als Tochter deutscher Emigranten geborene Journalistin und Historikerin brachte eine ganz persönliche Perspektive mit nach Gelsenkirchen. Im Jahr 1990 lernte sie Emilie Schindler in Argentinien kennen. Aus einer Interviewreihe entwickelte sich eine tiefe, langjährige Freundschaft. Bis zu Emilies Tod im Jahr 2001 begleitete Rosenberg-Band sie eng und wurde schließlich zu ihrer offiziellen Biografin und Nachlassverwalterin. Seither reist sie unermüdlich durch die Welt, um die Erinnerung an das Ehepaar Schindler lebendig zu halten und insbesondere Emilies Anteil an den Rettungstaten zu würdigen.

Der Vortrag hinterließ bei der gesamten Jahrgangsstufe einen bleibenden Eindruck. Er machte deutlich, dass Geschichte nicht mit dem Tag der Befreiung endet und dass Zivilcourage einen hohen Preis haben kann, der oft im Verborgenen gezahlt wird. Wir danken Erika Rosenberg-Band herzlich für diesen unvergesslichen Einblick und der Konrad-Adenauer-Stiftung, die diesen Besuch ermöglicht hat.