Eine ganze Klasse verschwunden
Sensibilisierung für den „toten Winkel“ – von Martin Miebach
Eine halbe Schulklasse war einfach „weg“. Verschwunden. Unsichtbar. Und das mitten auf dem Schulhof. Was wie ein Zaubertrick klingt, war in Wirklichkeit Teil unserer Aktion zum Thema „Toter Winkel“, an der alle Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen teilgenommen haben. Nach einem kompakten und anschaulichen Einstieg durch Polizistin Alexandra Battefeld-Winkler im Klassenraum ging es direkt nach draußen – dorthin, wo man am besten versteht, worum es geht. Auf dem Schulhof warteten ein Linienbus und ein LKW – und vor allem eine wichtige Erkenntnis: Wer neben einem großen Fahrzeug steht, ist nicht automatisch auch sichtbar. Jedes Kind durfte einmal auf dem Fahrersitz Platz nehmen und selbst erleben, wie schnell Menschen im toten Winkel „verschwinden“. Das Staunen war groß – und auch die Überraschung: „Aber ich stehe doch direkt neben dir!“ – „Ja, aber ich sehe dich nicht.“ Ein großes Dankeschön an die engagierten Mitarbeitenden der BoGeStra sowie der Friedhofsgärtnerei Seppelfricke, die mit viel Geduld und Fachwissen diese eindrucksvolle Erfahrung möglich gemacht haben! So spannend und eindrücklich die Aktion auch war, ihr Anlass ist ein sehr ernster: Zu Beginn des Jahres kam in unserer Stadt ein 12-jähriges Mädchen bei einem tragischen Unfall ums Leben. Dieses Ereignis hat uns tief betroffen gemacht und gezeigt, wie wichtig Aufklärung und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr sind. Unser Ziel ist klar: Unsere Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur wissen, was ein „toter Winkel“ ist – sie sollen ihn verstehen. Und im besten Fall künftig einen Schritt mehr zur Seite machen, einmal mehr hinschauen und sicherer unterwegs sein. Denn im Straßenverkehr gilt: Unsichtbar sein ist KEINE gute Idee.


