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„Wir fahren nach Berlin“

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 und EF auf politisch-kultureller Bildungsreise

Der Schlachtruf „Wir fahren nach Berlin“ ist in Gelsenkirchen zwar häufiger im Stadion zu hören, dennoch gilt er schon traditionell auch für die Schülerinnen und Schüler im Februar. So geht es regelmäßig nach Berlin, allerdings nicht, um ein Fußballspiel zu verfolgen, sondern, um Eindrücke der knallharten Politik und der wechselhaften Geschichte der Hauptstadt zu erhalten. 

Schon am ersten Tag wurde der Bundestag besucht und aufmerksam zuerst einem Vortrag über parlamentarische Regelungen verfolgt, um anschließend in einem politischen Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Gelsenkirchen, Markus Töns, über aktuelle Anliegen der Schülerinnen und Schüler zu sprechen. Dabei stellte sich heraus, dass auch die Schülerinnen und Schüler des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums besorgt um die europäische Sicherheitslage sind, sich aber auch persönliche Gedanken über ihre Zukunft z.B. in Bezug auf die Wehrpflicht machen.

Wie wichtig es ist, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erhalten, konnten die Schülerinnen und Schüler am zweiten Tag erfahren. Zeitzeugen und ehemals von der DDR Verfolgte konnten von ihren Erfahrungen bei einer Führung durch das Gefängnis in Hohenschönhausen berichten und eindrucksvoll vermitteln, dass heute selbstverständlich wirkende Freiheiten, wie beispielsweise die Reisefreiheit oder die Freiheit, alles lesen zu dürfen, in der DDR keineswegs selbstverständlich waren, wie Reinhard Fuhrmann eindrucksvoll berichtete. Auch aufgrund der vielen Fragen von Schülerinnen und Schülern wurde so aus einer 90minütigen Führung eine 2,5 Stunden dauernde Auseinandersetzung, die viel zum Nachdenken anregte.

Dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte konnte sich anschließend in der Ausstellung „Topografie des Terrors“ zugewandt werden, um so auch zu verstehen, dass die Größe des „Denkmals für die ermordeten Juden Europas“ zur dauerhaften Auseinandersetzung mit dem Kapitel der NS-Geschichte anregen soll und muss.

Am letzten Tag konnte dann wieder ein Brückenschlag zwischen Geschichte und Moderne gezogen werden. Im Humboldt-Forum bot die didaktisch interessant aufbereitete Ausstellung „Berlin global“ die Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen mit der bunten Geschichte und der multikulturellen Stadt Berlin zu machen und gleichzeitig die eigene Haltung zu Themen wie Freiheit oder Rüstungsfragen zu reflektieren.

Dr. S. Sach