Unter der Lupe

Klassenfahrt der Jahrgangsstufe 6 nach Ameland

Endlich war es so weit, alle Klassen der Stufe 6 trafen sich am frühen Morgen an der Schalke-Arena. Alle Koffer und viel Proviant wurden in unseren zwei Bussen verstaut. Wir verabschiedeten unsere Eltern, die Busse hupten zum Abschied und die spannende Reise begann. Im Bus war eine gute Stimmung, es wurde geredet, gelesen, gegessen und viel gelacht. Als wir dann am Hafen in Holwerd angekommen sind, wartete bereits die Fähre auf uns. Wir sind dann alle schnell an Deck gegangen und haben die tolle Aussicht auf das Meer und die Sonne genossen. Nach einer ruhigen Fährüberfahrt, begleitet von einigen hungrigen Möwen, gingen wir alle direkt zu den vorbestellten Fahrrädern und fuhren zu unserer Unterkunft.

Dort angekommen war unser Gepäck schon vor Ort. Wir gingen in unsere Zimmer und haben zuerst unsere Koffer ausgepackt. Anschließend gab es leckeren Kuchen, der von unseren Eltern gebacken wurde. Schnell erkundeten wir unsere Unterkunft – wir hatten einen Fußball-, einen Basketballplatz und eine Schaukel; außerdem gab es ein Spielezimmer. Am späten Nachmittag haben wir dann zum ersten Mal den Strand besucht. Am Abend gab es leckere Burger, die wir selbst belegten. Um 21:30 Uhr gingen wir alle müde und mit vollem Magen ins Bett, natürlich haben wir noch ein wenig gequatscht 😊.

Am nächsten Morgen wurden wir dann um 08:00 Uhr mit Bibi & Tina-Musik und „guten Morgen Sonnenschein“ geweckt. Es gab es ein leckeres Frühstück mit Cornflakes und Kakao, das die Eltern super vorbereitet hatten. Danach machten wir uns bei schönem Wetter auf zu einer 32 Kilometer langen Fahrradtour. Nach einer Stunde machten wir vor dem Strand eine kleine Pause und fuhren danach voll motiviert weiter zum Leuchtturm. Dort angekommen, wollten alle schnell den Leuchtturm erklimmen. Wir genossen die tolle Aussicht und nach dem Abstieg ging es wieder rauf auf unsere Fahrräder und weiter in die Stadt, wo uns ein Eis spendiert wurde. Anschließend durften wir in Kleingruppen die Stadt erkunden, bevor es dann wieder mit den Fahrrädern zurück zur Unterkunft ging. Dort angekommen spielten einige von uns noch Fußball, Basketball oder haben einfach auf ihren Zimmern ein wenig relaxt. Nach dem Abendessen haben wir noch unsere Aktivitäten für den nächsten Tag besprochen.

Am Mittwochmorgen lachte wieder die Sonne vom Himmel und wir sind zunächst zu einem Abenteuerspielplatz und in die Stadt gegangen. Danach haben wir uns umgezogen und sind mit unseren Fahrrädern zum Hafen gefahren. Dort wartete schon das Highlight des Tages auf uns – eine Schiffstour zu den Robbenbänken. Das Meer brachte unser Schiff manchmal zum Schaukeln – was uns alle Spaß machte. Nach einer Stunde näherten wir uns der Robbeninsel und da wir alle auf dem Boot ganz leise waren, konnten wir auch ganz nah an die Robbeninsel heranfahren. So hatten wir das Glück, dass wir die Robben und auch Robbenbabys aus nächster Nähe beobachten konnten. Das war ein großartiges Erlebnis! Danach ging es wieder eine Stunde zurück zum Hafen und danach zurück zur Unterkunft. Es ist schon spät geworden, aber die Eltern hatten mal wieder leckeres Essen für uns vorbereitet. Nach dem Essen spielten wir alle noch und um 21:30 Uhr waren wir dann todmüde auf unseren Zimmern.

Am nächsten Morgen war es dann so weit – die Wattwanderung stand auf dem Programm. Wir wurden schon um 07:00 Uhr geweckt. Für jede Klasse gab es einen Wattführer, aufgrund der Strömung und der Windverhältnisse war aber teilweise noch viel Wasser über dem Watt. Dadurch konnten wir aber mit dem Kescher kleine Fischer und Krebse fangen. Nach der Wattwanderung hatten wir uns erstmal auf unseren leckeren, heißen Kakao in der Unterkunft gefreut. Am Nachmittag konnten wir unsere Aktivität frei wählen, einige gingen in die Stadt oder zum Spielplatz, andere machten eine Fahrradtour oder haben sich für den Strand entschieden. Am Abend waren wir dann alle happy, als endlich die Disco begann. Wir haben schöne Musik gehört, viel getanzt, wie zum Beispiel Limbo, viel gelacht und ganz viel Spaß gehabt. Müde und platt fielen wir danach ins Bett.

Am Freitagmorgen ging es dann zurück nach Hause. Aufgrund des starken Windes hatte unsere Fähre 30 Minuten Verspätung, aber ansonsten verlief die Rückfahrt problemlos. Auf der Busfahrt war es dann nicht mehr ganz so lebhaft wie auf der Hinfahrt, da viele von uns doch recht müde waren. Nach einer fünfstündigen Busfahrt sind wir wieder an der Schalke-Arena angekommen und wir Kinder haben uns sehr gefreut, unsere Eltern wiederzusehen. Unsere Stufenfahrt war ein großartiges Erlebnis, wir haben uns alle besser kennen gelernt und wir werden uns sicherlich noch gerne und lange daran erinnern.

Redakteurin: Hannah Karl, Klasse 6a

Beitrag Juli/August 2022: Woher hat der „Kontrapunkt“ seinen Namen?

„Contra“ kommt aus dem Lateinischen und heißt doch eigentlich „gegen“, „entgegen“ oder „gegenüber“. Warum heißt dann unser kleineres Schulgebäude so?

Werden hier Schülerinnen und Schüler zwangsgeparkt, die nicht lernen wollen? Oder ist es ein Gebäude, in dem nicht gelernt, sondern nur gefaulenzt wird? Darf man hier abschalten? Vielleicht wird hier mit anderen Mitteln unterrichtet oder ist der Name nur ein Zufallsprodukt?

Weder noch.

Im Kontrapunkt befinden sich Kunst- und Musikräume. Der Musikraum nimmt einen so großen Platz ein, dass teilweise Abendveranstaltungen dort stattfinden (Musik/Theater). Deswegen hat man sich überlegt, einen Begriff aus der Musik zu verwenden, um das Gebäude zu beschreiben.

Kontrapunkt bezeichnet eine Kompositionstechnik, bei der mehrstimmige Musik organisiert wird. Dabei geht man von der Frage aus: Wie soll zu einer Tonfolge, die bereits existiert, eine Gegenstimme komponiert werden?

Es geht es besonders um Stimme und Gegenstimme, die zusammen ein polyphones (mehrstimmiges) Musikstück bilden.

Und was hat die Kunst damit zu tun? Abgesehen davon, dass Musik auch Kunst ist, beziehen sich Maler und Bildhauer immer wieder auf die Musik. „Der musikalische Ton hat einen direkten Zugang zur Seele. Er findet da sofort einen Widerklang, da der Mensch ‚die Musik hat in sich selbst‘ hat“[1], sagte der berühmte Maler W. Kandinsky bereits 1912. Und er prägte den Begriff eines Kontrapunktes in der Malerei. Kandinsky überwand in seinen Bildern bekannte Formen, Kompositionen und eine tradierte Farbgebung. Damit setzte er einen Kontrapunkt und gehörte neben vielen anderen Malerinnen und Malern zur Avantgarde in der Kunst.

In unserer Schule ergeben viele Stimmen ein Ganzes. Damit sind Stimmen von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern gemeint. Auch die Stadt Gelsenkirchen, der das Gebäude gehört, hat immer wieder eine Stimme durch ihre Vertreterinnen und Vertreter. So vielschichtig wie in Musik und Kunst sind die Stimmen innerhalb unseres Schulgebäudes. Alle ergänzen sich bestenfalls, alle bilden zusammen etwas Gutes in Form von Stimmen und Gegenstimmen, von Tradition und Modernem, von Bekanntem und Neuem. Sie bilden unsere vielschichtige Schulgemeinschaft: offen, tolerant, respektvoll und zielorientiert.

Deswegen ist der Name „Kontrapunkt“ besonders für unser Gebäudeteil, in dem die Künste angesiedelt sind, super getroffen.


[1] Nils Büttner, Wie der Kontrapunkt ins Bild kam, Originalveröffentlichung in: Tadday, Ulrich (Hrsg.): Philosophie des Kontrapunkts (Musik-Konzepte : Sonderband ; NF XI/2010), München 2010, S. 201-222, zit. n. https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/2064/1/Nils_Buettner_Wie_der_Kontrapunkt_ins_Bild_kam_2010.pdf