Projektkurse

Im Rahmen der Neigungs- und Begabungsförderung stehen besonders interessierten und engagierten Schüler*innen im ersten Jahr der Qualifikationsphase Projektkurse in den Fachbereichen Informatik, Religion oder Deutsch zur Auswahl.

Projektkurs Religion am AvD

Leben heißt unterwegs sein, immer wieder neu aufbrechen, Altes hinter sich lassen und Neuem entgegengehen. So wird der Weg zum Symbol des Lebens.

Seit Urzeiten machen sich Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen auf und betreten Pilgerwege. Juden pilgern zum Tempel nach Jerusalem, Christen zum Grab des Heiligen Jakobus nach Santiago de Compostella, Muslimen wird ans Herz gelegt wenigstens einmal im Leben an der Haddsch zur Kaaba in Mekka teilzunehmen, aber auch außerhalb der drei monotheistischen Weltreligionen gab und gibt es Pilgerwege, z.B. im Hinduismus und Buddhismus.

Alle diese Menschen verbindet die Suche nach etwas, nach spirituellem Sinn, nach Erlösung, nach Gott, nach sich selbst.

Seit einigen Jahren, in Deutschland spätestens seit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ (2006), erlebt das Pilgern eine Renaissance und ist wieder „in“. Neben den sportlichen Herausforderungen und touristischen Interessen spielen folgende Gedanken[1] häufig eine Rolle:

Unterbrechung

Ausbruch aus dem Status Quo

Wege in die Stille

Schrittwechsel – Entschleunigung im Hier und Jetzt

Entleerung – Reduktion auf das Wesentliche

Dieser Projektkurs möchte interessierten und engagierten Schüler*innen die Möglichkeit geben, sich ein ganzes Jahr lang in einer kleinen Gruppe mit verschiedenen selbst gewählten Aspekten des Pilgerns zu beschäftigen und dazu wissenschaftlich zu arbeiten. Dabei sollen nicht nur christliche Perspektiven eingenommen werden; auch andere religiöse und weltanschauliche [philosophische] Betrachtungen werden in den Blick kommen.

Es erwartet euch über weite Strecken kein Unterricht im klassischen Sinne; wir werden auch viel unterwegs sein, z.B. durch Besichtigungen und Erkundungen, aber auch um in Begegnungen Menschen zu erleben, die selbst als Pilger unterwegs waren oder Pilgerstätten betreuen.

Der Arbeitsaufwand soll zwei Unterrichtsstunden pro Woche umfassen. Da Projektarbeit aber nicht in den Rahmen von Unterrichtsstunden gepresst werden kann, soll die Zeitangabe nur ein Anhaltspunkt für alle Teilnehmer*innen sein. Über das Jahr verteilt werden unterschiedliche zeitliche Belastungen auftreten.

Dieser Projektkurs soll mit einer eigenen Pilgertour der Teilnehmer*innen in der letzten Woche vor den Sommerferien enden. Zuvor muss eine schriftliche Hausarbeit (vergleichbar mit einer Facharbeit) angefertigt werden. Eine Benotung erfolgt am Ende des gesamten Schuljahres rückwirkend für beide Halbjahre. Bei besonders hervorragenden Leistungen kann der Projektkurs auch als 5. Abiturfach beantragt werden. 

Mitgebracht werden sollten Interesse am Thema, Bereitschaft zum Engagement und auch zur persönlichen Auseinandersetzung mit den angesprochenen Fragen, der Wille, eigenständiges Arbeiten zu lernen, … und ganz viel Freude darüber jeden Tag neu auf dem Weg zu sein!

Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft ist keine Teilnahmebedingung.

Ansprechpartner: Martin Miebach


[1] Vgl. Meckel, Isabel: Ich bin dann mal weg – Erlösungssuche auf Pilgerwegen. In: Cebulj, Christian, u.a.: RelliS. Zeitschrift für den katholischen Religionsunterricht. Erlösung. Heft 1/2011 Paderborn.