Konzept zur individuellen Förderung am AvD

I. Grundsätzliches

Jeder junge Mensch hat ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung

Das AvD sieht es als seine Aufgabe an, jeden gemäß seinen Fähigkeiten und Interessen so weit wie möglich zu begleiten und ihm maximale Entwicklungsmöglichkeiten und damit den Aufbau vielfältiger Kompetenzen zu bieten.

Im Kontext von schulischen Leistungsanforderungen sollen die Schüler*innen am AvD auch die entsprechende Förderung erfahren, um diese bewältigen zu können. Wir meinen, dass Fordern und Fördern nicht voneinander zu trennen sind.

Individuell gefördert wird in erster Linie im Fachunterricht. Wir achten daher auf eine Lernatmosphäre, die Leistung wertschätzt und von gegenseitiger Achtung und Respekt geprägt ist.

Wir sind uns jedoch der Notwendigkeit individueller Förderung auch außerhalb des Unterrichts im Klassenverband bewusst und daher bemüht, unser Förderkonzept stets weiterzuentwickeln, um folgenden Zielsetzungen, die wir daran knüpfen, gerecht zu werden:

Wir wollen leistungsschwächere Schüler*innen MITNEHMEN, indem wir ihnen – gerade auch bei Startschwierigkeiten – nötige Hilfestellungen geben, so dass auch ihnen eine erfolgreiche Schulzeit bis zum Abitur gelingen kann. Wir sind uns bewusst, dass nicht für alle Schüler*innen die Schullaufbahn geradlinig und problemlos verläuft. Am AvD möchten wir daher unsere Schüler*innen während ihrer Laufbahn BEGLEITEN, indem wir ihnen bei der Bewältigung der verschiedensten Probleme – auch im Bereich sozialer Kompetenzen – qualifizierte Hilfen anbieten (unterstützende Förderung).

Neben der wichtigen Förderung leistungsschwächerer Schüler*innen liegt uns am AvD aber auch die Förderung besonders begabter Schüler*innen am Herzen. Auch sie wollen wir begleiten und ihnen Möglichkeiten bieten, ihre Begabungen zu entdecken und zu entfalten, indem wir sie ermuntern, sich mit ihren Talenten einzubringen oder besonderen Herausforderungen zu stellen, und sie so in ihrer persönlichen Entwicklung VORANBRINGEN (Neigungs- und Begabungsförderung).

Es ergeben sich damit zwei Richtungen der Förderung:

Begabungsförderung / Neigungsförderung und unterstützende Förderung:

Ziel des Förderkonzeptes am AvD ist es, beide Richtungen der Förderung in ausgewogenem Verhältnis zu berücksichtigen.

II. Begabungsförderung / Neigungsförderung

Ein vielfältiges Angebot außerhalb des Fachunterrichts bietet unseren Schüler*innen die Möglichkeit, ihre individuellen Begabungen und Interessen zu entdecken und zu entwickeln. Dazu gehören zahlreiche Arbeitsgemeinschaften und Projekte sowie die Möglichkeit, sich zu Beginn der Laufbahn an unserem Gymnasium für eine Profilklasse (Bläserklasse oder Englisch-bilingual) zu entscheiden. Darüber hinaus bestehen am AvD für besonders leistungsstarke Schüler*innen folgende Möglichkeiten:

Wettbewerbe – die besondere Herausforderung

Die Teilnahme an Wettbewerben hat am AvD Tradition. Der Wunsch, sich mit anderen zu messen, trägt unseren Erfahrungen zufolge erheblich zur Leistungsmotivation der Schüler*innen bei. Auch leistet die Teilnahme, bei der die Schüler*innen sehr viel selbstverantwortlicher und selbstständiger arbeiten, viel für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen. Daher ermutigen wir unsere Schüler*innen, sich den Herausforderungen in Wettbewerben zu stellen.

  • Sowohl jüngere als auch ältere Schüler*innen lassen sich im Fach Mathematik durch den Känguru-Wettbewerb regelmäßig herausfordern. Seit einigen Jahren ist das AvD auch mit zahlreichen Anmeldungen beim bundesweiten Pangea-Wettbewerb der Mathematik vertreten. Das AvD entsendet regelmäßig Schüler*innen zu der SchülerAkademieMathematikMünster (SAMMS).
  • Auch im Fach Informatik sind seit einigen Jahren stets AvD-Schüler*innen an Wettbewerben beteiligt: Beim Informatik-Biber, beim Jugendwettbewerb und der Robotik-Olympiade ist das AvD vertreten.
  • Im Fach Sozialwissenschaften nehmen Schüler*innen der Q1 am Internet-Planspiel „Wirtschaft“ teil.
  • Auch im Fach Latein konnten immer wieder Schüler*innen des AvD Preise beim Bundeswettbewerb erringen.
  • Auch in Englisch sind regelmäßig Schülergruppen aus der Sekundarstufe I beim Bundeswettbewerb und bei „The Big Challenge“ dabei.
  • Angebunden an das Fach Deutsch beteiligt sich das AvD auch am Wettbewerb Jugend debattiert.
  • Im Bereich der Musik sind die Bläserklassen des AvD an zahlreichen musikalischen Events und Wettbewerben sehr erfolgreich beteiligt.

DELF- Zertifikate / Cambridge ESOL – Zertifikate am AvD

Seit Jahren werden Schüler*innen des AvD zur Teilnahme an den Prüfungen ermutigt und darauf gezielt vorbereitet. Die Erfolgsquote ist dabei regelmäßig überdurchschnittlich hoch.

JuniorAkademien NRW – Forensik, Nanotechnologie oder Psychologie

Schüler*innen der Jahrgangsstufe 8 und 9 mit überdurchschnittlicher intellektueller Befähigung und ausgeprägter Leistungsmotivation werden für die JuniorAkademien NRW nominiert.

Schüleruniversität – als Schüler schon studieren

Es besteht für unsere Schüler*innen bei entsprechend problemlosem Verlauf der Schullaufbahn die Möglichkeit, in der Q1 parallel zum Unterricht an der Schule ein Probestudium an der Universität Duisburg-Essen aufzunehmen.

Zweite Fremdsprache in der Drehtür – Fremdsprachen lernen mal anders

Besonders begabte Schüler*innen können in der zweiten Fremdsprache Latein und Französisch parallel lernen, indem sie zwei Stunden pro Woche am Lateinunterricht und zwei Stunden pro Woche am Französischunterricht teilnehmen. Schon zahlreiche Schüler*innen haben das Drehtürmodell während der Sekundarstufe I erfolgreich absolviert.

III. Unterstützende Förderung

1 Allgemeines

Wir unterstützen unsere Schüler*innen und deren Eltern durch individuelle Beratung und gezielte Förderangebote bei der Bewältigung von Lern- und Leistungsdefiziten. Das Konzept des AvD umfasst zahlreiche Bausteine.

2 Förderunterricht – individuelle Hilfe durch Fachlehrer

Als wesentliche Säule der unterstützenden Förderung ist der seit einigen Jahren am AvD eingerichtete Förderunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein und Französisch der Jahrgangsstufen 5-9 zu betrachten.

2. 1 Ziele des Förderunterrichts

Oberstes Ziel des Förderunterrichts ist es, Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten dabei zu unterstützen, einerseits ihre Leistungen zu verbessern, um die Versetzung oder einen angestrebten Abschluss zu erreichen, und andererseits wieder für den Unterricht und das Lernen zu motivieren. Gerade durch die Beratung sollen aber auch die Schüler*innen sowie ihre Eltern in die Pflicht genommen werden, gemäß ihren Möglichkeiten an diesem Prozess engagiert mitzuwirken.

2. 2 Grundprinzipien des Förderunterrichts

Ausgangssituation

Schüler*innen, deren Versetzung gefährdet ist, erhalten von der Fachlehrkraft eine Lern- und Förderempfehlung zum Ende des ersten Halbjahres. Darin werden beobachtete Schwächen aufgezeigt und Hinweise zur Leistungsverbesserung gegeben. Zusätzlich ist ein Beratungsgespräch mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin der betroffenen Schüler*in und den Eltern vorgesehen. Aus diesen Erkenntnissen und Beratungen kann die verpflichtende Teilnahme am Förderunterricht als Maßnahme zur Leistungsverbesserung erwachsen. Die Dauer der Teilnahme am Förderunterricht ist individuell verschieden; sie ist nicht zwingend auf ein ganzes Halbjahr angelegt.

Der Förderunterricht findet in kleinen Gruppen statt.

Um Schüler*innen individuell und effektiv zu fördern, findet der Förderunterricht in kleinen Gruppen von max. 5 Schülern statt. Nur so ist eine Hinwendung zum einzelnen Schüler und zu seinen individuellen Schwächen möglich.

Der Förderunterricht wird von Fachlehrerinnen und Fachlehrern unseres Gymnasiums durchgeführt.

Um Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten gezielt zu unterstützen, wird der Förderunterricht von Fachlehrkräften unseres Gymnasiums durchgeführt, die eng mit den Fachlehrern zusammenarbeiten. Ein ständiger Austausch zwischen Förder- und Fachlehrer gewährleistet, dass die Übungen auf die jeweiligen Schwierigkeiten passgenau abgestimmt sind. Aufgrund der begrenzten Ressourcen findet der Förderunterricht jeweils im zweiten Schulhalbjahr statt.

3 Schüler helfen Schülern – Üben auf Augenhöhe

Bei diesem Modell vermittelt die SV des AvD auf Nachfrage Oberstufenschüler*innen, die sich bereit erklärt haben gegen ein geringes Entgelt jüngeren Schüler*innen Nachhilfeunterricht zu geben. Ansprechpartner ist die SV.

4 Silentium – Arbeiten in ruhiger Atmosphäre

Ein weiterer Baustein im Konzept zur individuellen Förderung am AvD ist das Silentium, das seit dem Schuljahr 2013/14 besteht. Hier erhalten Schüler*innen ab Klasse 6 die Möglichkeit, Hausaufgaben oder andere schulische Aufgaben in ruhiger Arbeitsatmosphäre zu erledigen. Sie arbeiten hier zwar unter Aufsicht einer Lehrkraft, die darauf achtet, dass die Aufgaben sorgfältig angefertigt werden, aber doch selbstständig. Die Evaluation des bisherigen Förderunterrichts hat ergeben, dass bei einigen Schüler*innen Minderleistungen auf dem Zeugnis nicht auf Verständnisschwierigkeiten beruhen, sondern auf mangelnder Arbeitshaltung. So hat sich gezeigt, dass in solchen Fällen oft die Hausaufgaben nicht erledigt wurden oder die Heftführung mangelhaft war. Aus verschiedenen Gründen fällt es Schüler*innen heute bisweilen schwer, ihre Hausaufgaben zu Hause sorgfältig und in Ruhe anzufertigen. Durch das Silentium wollen wir für diese Schüler*innen Rahmenbedingungen schaffen, die eine gewinnbringende Erledigung der Hausaufgaben ermöglichen. Im Silentium wird durch eine Lehrkraft darauf geachtet, dass eine ruhige Arbeitsatmosphäre herrscht und die Hausaufgaben, die der Übung, Vorbereitung oder Nachbereitung dienen, sorgfältig angefertigt werden.

5 Übermittagsbetreuung – nach dem Unterricht nicht allein

Es besteht für jüngere Schüler*innen die Möglichkeit einer Betreuung. Von Montag bis Donnerstag nach Unterrichtsschluss kümmern sich fachkundige Betreuer*innen der Caritas um die Kinder: Mittagessen, Erledigen der Hausaufgaben, Basteln, Spielen und  Gemeinschaft erleben. All das können die hierfür angemeldeten Kinder in den freundlichen Räumen der Übermittagsbetreuung.

6 Klassenpaten – Anfangen mit älteren Schüler*innen an der Seite

Insgesamt sechs Module zu Themen wie Entwicklungsstand und Lernbedingungen von Fünftklässlern, Tätigkeitsbereiche der Paten sowie Selbst- und Fremdbestimmung, Kommunikation und Teamgeist, Strategien zur Konfliktlösung und Verhalten bei Mobbing werden in der Ausbildung zum Klassenpaten absolviert. Schüler*innen der oberen Jahrgänge können so ihre Interessen in diesem Bereich vertiefen und die Klassen 5 profitieren, weil sie auch erfahrene AvDler als Ansprechpartner*in haben.

7 Sozialkompetenztraining (SKT) – Zusammenhalt in der Klasse

Die Förderung sozialer Kompetenzen ist natürlich ein Ziel, das mit dem Lernen in Gruppen grundsätzlich eng verknüpft ist. Am AvD werden jedoch zwei Projekttage (jeweils einer in Klasse 5 und einer in Klasse 7) eigens darauf verwandt, diese Förderung ganz besonders in den Vordergrund zu stellen. Hiermit soll zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 das Gemeinschaftsgefühl in der neuen Klasse gestärkt und somit der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium erleichtert werden. In Klasse 7 treten erfahrungsgemäß durch die Pubertät auch soziale Konflikte auf, die durch das SKT bewusst gemacht und gelöst werden sollen, um allzu großen Brüchen in der Schullaufbahn frühzeitig entgegenzuwirken.

8 Lernbegleitung – dem eigenen Lernen auf der Spur

Anders als beim Förderunterricht ist die Lernbegleitung ein freiwilliges Angebot, bei dem es nicht darum geht, nicht Verstandenes nochmals zu erklären, sondern vielmehr sollen Schüler*innen ihrem eigenen Lernen auf die Spur kommen. Sie finden bei ihrem selbst gewählten Lernbegleiter eine Anlaufstelle, um über für sie persönlich sinnvolle Lern- und Arbeitsstrategien, Lernschwierigkeiten und Lernmotivation ins Gespräch zu kommen und sie so zu verändern, dass sie wieder Freude am Lernen haben und Erfolge erzielen. Fünf ausgebildete Lehrkräfte stehen den Schüler*innen als Lernbegleiter zur Verfügung: Frau Dietzel, Frau Drauschke, Herr Gerhardt, Frau Köhnsen, Frau Meyer.