Religionsunterricht am AvD

Religionsunterricht wird am AvD in der Sekundarstufe I und II in allen Klassen und Stufen als Evangelischer oder Katholischer Unterricht erteilt. Nach dem Selbstverständnis der beiden Fachschaften  geschieht dies in großer Offenheit für die jeweils andere Konfession sowie in  Dialogbereitschaft mit anderen Konfessionen und Religionen. Gemeinsame Vorhaben und Aktivitäten der  Fachschaften Evangelische und Katholische Religion sind Schulgottesdienste sowie Unterrichtsgänge in der Sek I und Sek II. Auch unsere Fair-Trade-Woche zeigt beispielhaft, wie diese Grundüberzeugungen am AvD mit Leben gefüllt werden.

Die aktuellen Lehrpläne und die Vereinbarungen der Fachkonferenz zur  Leistungsbewertung  finden Sie im Downloadbereich katholischebzw.evangelische Religionslehre am Ende dieser Seite.

Häufig gestellte Fragen FAQ

Warum gibt es in einer öffentlichen Schule Religionsunterricht?

Junge Menschen suchen für ihr Leben einen Sinn. Sie brauchen Hilfen, um zu verstehen, wie unsere Welt zu der geworden ist, die sie ist; und sie brauchen Begleitung, um sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden und einen begründeten eigenen Standort zu gewinnen.

Religionsunterricht hat als ordentliches, vom Grundgesetz garantiertes Schulfach die Aufgabe, junge Menschen bei dieser Orientierung zu unterstützen und christliche Sinngebung durch die Vermittlung von Glauben, Liebe und Hoffnung anzubieten. Diese sinnstiftende Funktion des Religionsunterrichtes kann nach der Auffassung der Fachkonferenzen Religion durch kein anderes Fach ersetzt werden.

Der Religionsunterricht hält die Frage nach Gott wach, vertieft sie auf der Basis der biblischen und kirchlichen Traditionen und fördert die religiöse Mündigkeit der Heranwachsenden, damit sie Werte wie Verantwortung, Solidarität und Toleranz mit Leben füllen können. Auch persönliche Fragen und Probleme der Schüler*innen werden im Unterricht wahrgenommen, auf theologische und ethische Anliegen sowie das Gespräch mit anderen Religionen bezogen und in vielfältigen Arbeitsformen darstellbar gemacht. Damit leistet der Religionsunterricht, getragen von grundsätzlicher Dialogbereitschaft in einer pluralen Gesellschaft, einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen; außerdem will er durch die Themen und Inhalte des Faches Religion auch Impulse geben mit Blick auf die Frage nach dem eigenen zukünftigen Berufs- und Lebensweg. #Link zu: Fächerportal-Religionslehre-Berufsorientierung

Warum wird der Religionsunterricht am AvD konfessionell getrennt unterrichtet?

Eine plurale Gesellschaft braucht Toleranz. Aber nur eine durchdachte eigene weltanschauliche bzw. religiöse Grundhaltung ist rechenschaftsfähig und gibt Gelassenheit im Umgang mit Anderen. Die Fachschaften Evangelische und Katholische Religion am AvD sind überzeugt: Pluralität braucht Positionalität,Toleranz braucht eine sichere eigene Basis.Dafür wollen wir mit religiöser Bildung eine Grundlage legen.

Was ist konfessionell-kooperativer Religionsunterricht?

Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht (kurz: KOKORU) ist eine Organisationsform des konfessionellen Religionsunterrichtes im Sinne des Grundgesetzes. Er ist kein neues Unterrichtsfach. Inhaltlich orientiert sich KOKORU am Grundsatz „Gemeinsamkeiten stärken – Unterschieden gerecht werden“. Dabei werden die weiterhin geltenden evangelischen und katholischen Kernlehrpläne aufeinander bezogen und in entsprechende Unterrichtsplanungen übersetzt. KOKORU ist ein Unterricht für evangelische und katholische Schüler*innen; auf Antrag können auch andere Schüler*innen teilnehmen. Verpflichtend für KOKORU ist ein in einem angemessenen Zeitraum erfolgender Fachlehrerwechsel, der das Kennenlernen beider konfessioneller Perspektiven ermöglicht. Ab dem Schuljahr 2018/19 ist die Einrichtung von KOKORU in NRW auf Antrag der Schule grundsätzlich möglich - für die Jahrgänge 5 und 6 sowie für die Jahrgänge 7 – 9 (10).

Gibt es am AvD auch den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht?

Derzeit wird am AvD kein konfessionell-kooperativer Religionsunterricht angeboten. Die Fachschaften Evangelische und Katholische Religion haben aber begonnen, erste Überlegungen in dieser Hinsicht anzustellen und sich auf Fortbildungen über Chancen und Möglichkeiten dieser Unterrichtsform zu informieren. Eine grundsätzliche Offenheit zur Einrichtung von KOKORU ist vorhanden.

Muss man am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen?

Die Teilnahme am (evangelischen bzw. katholischen) Religionsunterrricht ist keine zwingende Pflicht. Wer aus Gewissensgründen nicht am Religionsunterricht teilnehmen möchte, nimmt in der Sekundarstufe I dann am Fach Praktische Philosophie teil, in der Sekundarstufe II ersetzt in diesen Fällen das Fach Philosophie den Religionsunterricht.

Kann man Religion (im Verlauf der Schulzeit) abwählen?

Wer 14 Jahre alt ist, gilt in Deutschland als religionsmündig und kann damit selbst über die Teilnahme bzw. Nichtteilnahme am Religionsunterricht entscheiden. Aus Gewissensgründen ist es  deshalb auch am AvD möglich, das Fach Evangelische bzw. Katholische Religion abzuwählen (Wechselformular). Allerdings ist dann in der Sekundarstufe I die Teilnahme am Ersatzfach Praktische Philosophie bzw. in der Sekundarstufe II die Teilnahme am Fach Philosophie verpflichtend. Für Schüler*innen, die jünger als 14 Jahre sind, entscheiden die Erziehungsberechtigten über diese Frage. Sie sind dann auch diejenigen, die die Ab- bzw. Ummeldung ihres Kindes durchführen.

Kann ich jederzeit das Fach Religion abwählen und mich für Praktische Philosophie bzw. Philosophie entscheiden?

Aus schulorganisatorischen Gründen sind in der Sekundarstufe 1 eine Abwahl von Religion und ein Neueinstieg in eine andere Lerngruppe nur zum Halbjahreswechsel möglich. In der Sekundarstufe II ist die Entscheidung an die jeweiligen Kurswahltermine gebunden.

Was ist der Unterschied zwischen Religion und Praktischer Philosophie (Sekundarstufe I)bzw. Philosophie (Sekundarstufe II)?

Es gibt zwischen Religion und Praktischer Philosophie bzw. Philosophie einige inhaltliche Überschneidungen: Fragen wie „Wer bin ich? Was brauche ich, um glücklich zu sein? Wie können Menschen gut miteinander umgehen? Was gibt meinem Leben einen Sinn?“ werden sowohl im Religionsunterricht als auch im Philosophieunterricht bedacht. Allerdings betrachtet der Religionsunterricht die Wirklichkeit auf der Basis einer Vorstellung von Gott, und die  Auseinandersetzung mit Fragen wie den beispielhaft genannten erfolgt unter Rückgriff auf religiöse Erklärungsversuche aus Vergangenheit und Gegenwart. Im Philosophieunterricht dagegen werden Fakten und Erklärungsversuche losgelöst von religiösen Prämissen betrachtet.

Kann man den Unterricht in Religion und Praktische Philosophie bzw. Philosophie besuchen?

In der Sekundarstufe I ist dies nicht möglich, da die Fächer zeitgleich in verschiedenen Kursen unterrichtet werden. In der Sekundarstufe II ist dies in jedem Fall in der Einführungsphase (derzeit: Klasse 10) der Oberstufe möglich, manchmal auch noch in der Qualifikationsphase (derzeit Klasse 11 und 12): Hier kann  man den Unterricht in Religion und Philosophie besuchen.

Muss man getauft sein, um am evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht der Sekundarstufe I bzw. II teilnehmen zu können?

Auch Schüler*innen, die nicht getauft sind, können auf eigenen Wunsch am evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht teilnehmen und sind in diesen Lerngruppen herzlich willkommen. Mit ihrer Teilnahme erklären sie die Bereitschaft, sich mit den Unterrichtsinhalten in den Fächern Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre auseinanderzusetzen.

Kann ich auch am Religionsunterricht der Konfession teilnehmen, die ich selbst nicht habe?

Auch das ist grundsätzlich möglich. Mit der Teilnahme an der Lerngruppe erklärt man dann allerdings die Bereitschaft, sich mit den Unterrichtsinhalten des jeweils gewählten Faches auseinanderzusetzen.

Kann ich auch am Religionsunterricht teilnehmen, wenn ich eine andere Religion habe?

Auch das ist grundsätzlich möglich. Die Fachschaften Evangelische und Katholische Religion sind ihrem Selbstverständnis nach offen für den interreligiösen Dialog und freuen sich über die Unterrichtsteilnahme von Schüler*innen, die in anderen Religionen beheimatet sind. Die Erfahrung lehrt, dass dies für alle Seiten sehr erhellend sein kann, weil es zur Klärung der persönlichen religiösen Basis beiträgt und die eigene Dialogfähigkeit stärkt.

Kann man das Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion auch in der Oberstufe wählen?

(Evangelische bzw. Katholische) Religion ist ein reguläres Pflichtfach, das, wie Sport, keinem Aufgabenfeld zugeordnet ist. Es kann jedoch im Abiturbereich die Pflichtbelegung im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich abdecken. Wer nicht am Religionsunterricht teilnehmen möchte, kann in der Einführungsphase (derzeit: Jahrgangsstufe 10) und in der Q1 (derzeit: Jahrgangsstufe 11) Philosophie belegen.

Ist Religion in der Sekundarstufe II anders als in der Sekundarstufe I?

Grundsätzlich geht es auch in der Sekundarstufe II um Gott, Mensch und die Welt, also um Themen und Fragestellungen, die aus der Sekundarstufe I bekannt sind; auch die Bibel und die religiösen Überzeugungen der Christenheit sind weiterhin Orientierungsrahmen zur Beurteilung von Problemstellungen. Aber anders als in der Sekundarstufe I wird in der Oberstufe viel mehr mit Texten gearbeitet, um eine Grundlage für Diskussionen und Werturteile zu stellen. Theologie ist eine Wissenschaft, und so geht es in der Sekundarstufe II auch um das Erlernen einer wissenschaftlichen Arbeitsweise: Theologisieren lernt man, indem man zunächst verstehen lernt, was andere vor einem über Gott, Mensch und Welt gedacht und geglaubt haben. Deshalb ist  im Fach Religion in der Sekundarstufe II insbesondere die Bereitschaft zur theoretischen Auseinandersetzung vonnöten.

Muss ich in der Sekundarstufe I am Religionsunterricht teilgenommen haben, um in der Oberstufe Evangelische bzw. Katholische Religion belegen zu können?

Nein, grundsätzlich ist es möglich, in der Oberstufe auch neu in das Fach Religion einzusteigen. Das gilt sowohl für den evangelischen Unterricht als auch für den katholischen Unterricht. Vorstellbar ist natürlich, dass die Schüler*innen, die Religion schon in der Sekundarstufe I besucht haben, vertiefte Kenntnisse haben, auf die sie in der Sekundarstufe II zurückgreifen können; aber derjenige, der in der Sekundarstufe II neu hinzukommt, kann sukzessive das aufarbeiten, was für die aktuelle Auseinandersetzung vonnöten ist. Die Religionslehrkräfte stehen immer  unterstützend zur Seite und bieten gerne Materialien an.

Kann ich das Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion auch als Abiturfach wählen?

(Evangelische bzw. Katholische) Religion wird von Schüler*innen unserer Schule regelmäßig als drittes oder viertes Abiturfach belegt. Um diese Möglichkeit ergreifen zu können, ist allerdings eine durchgehende Teilnahme am (evangelischen bzw. katholischen) Religionsunterricht mit Beginn der Einführungsphase  (derzeit: Jahrgangsstufe 10) verpflichtend.

Gibt es in der Oberstufe auch Leistungskurse im Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion?

Grundsätzlich ist das möglich, aber aus schulorganisatorischen Gründen hat es das am AvD bislang noch nicht gegeben.

Gibt es im Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion auch Noten?

Religion ist ein ordentliches und damit auch versetzungsrelevantes Unterrichtsfach. Insofern sind Noten auch in Religion eine Selbstverständlichkeit. Die Noten  werden nach festgelegten Grundsätzen erteilt – sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II.

Werden im Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion Arbeiten geschrieben?

In der Sekundarstufe I werden im Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion keine Klassenarbeiten geschrieben. Es gibt aber Leistungsüberprüfung anderer Art. In Kursen der Sekundarstufe II kann man entscheiden, ob man Religion als schriftliches oder mündliches Fach belegen möchte; wer es als schriftliches Fach wählt, schreibt Klausuren. Soll aber Religion drittes oder viertes Abiturfach werden, müssen Klausuren geschrieben werden - spätestens in der Q1 (derzeit: Jahrgangsstufe 11). In der Einführungsphase sind Klausuren optional.

Kann man im Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion auch Facharbeiten schreiben?

Wer in der Q1 (derzeit: Jahrgangsstufe 11) Religion als schriftliches Fach belegt hat, kann in Religion eine Facharbeit schreiben, die einen Bezug zu religiösen Fragestellungen hat; eine Begrenzung der Themen auf nur christliche Problemstellungen ist dabei nicht vorgesehen.

Werden im Fach (Evangelische bzw. Katholische) Religion in der Jahrgangsstufe 11 auch Projektkurse angeboten?

Grundsätzlich können von der evangelischen und katholischen Fachschaft auch Projektkurse angeboten werden, in denen man sich ein Jahr lang, zusätzlich zum normalen Unterricht, in einer Kleingruppe intensiv mit einem speziellen Thema auseinandersetzt und zahlreiche Gelegenheiten zu Lernerfahrungen außerhalb der Schule wahrnimmt. Erste Erfahrungen liegen durch einen Projektkurs zum Thema „Das letzte Tabu: Tod und Sterben“ vor, der im Schuljahr 2017/18 stattfand. Eine Idee für ein weiteres religionsbezogenes Angebot bezieht sich auf das „Pilgern im Pott“. 

Was kann man sich unter Tagen religiöser Orientierung vorstellen?

In der Jahrgangsstufe 12 und kurz nach den Weihnachtsferien bieten die Fachschaften evangelische und katholische Religion Schüler*innen beider Konfessionen besondere Tage außerhalb der Schule an. Kurz vor dem Abitur gibt es so einen Augenblick zum Durchatmen, Innehalten und Nachdenken. Religiöse Impulse sind dort zwar explizit erlaubt und erwünscht, aber keine Pflicht. Besucht werden von Jahr zu Jahr unterschiedliche Orte. In den vergangenen Jahren waren wir häufig zu Gast im Jugendkloster Kirchhellen. Seit einiger Zeit besuchen wir das Jugendhaus St. Altfrid in Essen-Kettwig. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Schüler*innen sind durchweg positiv, sodass die Fachschaften an dem Angebot dieser Fahrt dauerhaft festhalten wollen.

Wie kann ich mich als Schüler*in/Elternteil für das Fach Religion am AvD engagieren?

Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden offiziell Schüler*innen- und Elternvertreter bestimmt, die in der Fachkonferenz Evangelische und Katholische Religion mitarbeiten und so Themen und Ziele der Fachschaftsarbeit mitbestimmen können. Nicht nominierte Schüler*innen und Eltern können über die aktuellen Vertreter*innen ihre persönlichen Anliegen im Fachbereich Religion weitergeben lassen.

Darüber hinaus gibt es auch für Schüler*innen zahlreiche weitere Möglichkeiten des Engagements, z.B. bei der Vorstellung des Faches Religion am Tag der Offenen Tür, beim (von der Fachschaft Religion verantworteten) Buchbasar zugunsten des Friedensdorfes Oberhausen, sowie beim Fair-Trade-Verkauf in der Fair-Trade-Woche des AvD, beim Sportfest und beim Adventsbasar.